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Common Knowledge Scout

Ein Experiment darüber, wie Wissen kollektiv geschaffen, abgefragt und weiterentwickelt wird

Viele der aktuellen Anwendungen, die KI als Hauptgrundlage nutzen, liefern schnelle Antworten, helfen aber kaum dabei, die verschiedenen Perspektiven zu einem bestimmten Thema zu verstehen. KnowledgeScout verfolgt einen anderen Ansatz: KI als Werkzeug, um Wissen, Erfahrungen und menschliche Bedürfnisse miteinander zu verknüpfen. Gemeingüter entstehen, wenn Menschen Verantwortung, Wissen und Ressourcen teilen. „Commoning” ist keine Theorie, sondern eine alltägliche Praxis: zuhören, verhandeln, teilen und lernen. Genau das ist der Ausgangspunkt meiner aktuellen Arbeit. Ich forsche und experimentiere damit, wie digitale Werkzeuge, insbesondere KI, das Commoning unterstützen können, ohne es sich anzueignen oder zu verzerren. Nicht als Ersatz für menschliche Beziehungen, sondern als Instrument, das die Verbundenheit und Handlungsfähigkeit der Menschen sichtbarer macht.

Peter Aichner
1.10.2026
Lesedauer:  
4
min
Projektstatus:
Gestartet

KI als Hilfsmittel zur Unterstützung menschlicher Verbindungen

In meiner Arbeit interessiert mich KI als technologisches Werkzeug, das Menschen bewusst einsetzen können. Technologie wirkt nicht von selbst. Sie entfaltet ihre Wirkung, wenn Menschen ihr eine bestimmte Richtung geben und sie mit ihren Absichten, Werten und Bedürfnissen verbinden.

Mit der heutigen Technologie kann man eine ganz bestimmte Fähigkeit der KI nutzen: Texte zu lesen, ihre Bedeutung zu erkennen und sie in andere Formate umzuwandeln. Nicht weil Maschinen den Inhalt verstehen, sondern weil Sprache und Bedeutung mathematisch beschreibbar geworden sind. Dies kann genutzt werden, um Texte aus anderen Kontexten zusammenzufassen, zu übersetzen, zu strukturieren oder lesbar zu machen.

Diese Fähigkeit kann jedoch auch dazu genutzt werden, Macht auszuüben, die Wahrnehmung der Menschen zu verzerren und/oder bereits bestehende Ungleichheiten zu verstärken. Idealerweise sollte sie bewusst eingesetzt werden: um das gegenseitige Verständnis zu erleichtern, verschiedene Perspektiven sichtbar zu machen und kollektives Wissen zugänglich zu machen.

Die Quelle dieses Wissens bleibt weiterhin der Mensch, da es sich auf die Erfahrungen, Ideen, Kämpfe, Sprache und Bedürfnisse der Menschen bezieht.

Wir alle haben die Fähigkeit, die Bedürfnisse anderer Menschen, anderer Lebewesen und vor allem künftiger Generationen zu erkennen.

In diesem Sinne wird KI hier als ein Hilfsmittel verstanden, das die folgenden Eigenschaften hat:

-Sie generiert kein Wissen, sondern macht es lesbar.

-Sie trifft keine Entscheidungen für Sie, sondern ermöglicht Verhandlungen.

-Es ersetzt nicht die Verbindung, sondern unterstützt die menschliche Verbindung und die Fähigkeit, im Alltag Beziehungen aufzubauen.

Ausgehend von dieser Haltung stellt sich die Frage, wie ein solches Tool gestaltet sein muss, damit es diese Form der Verbindung praktisch unterstützen kann.

KnowledgeScout: Ein verteiltes Wissenssystem

Aus dieser Überlegung heraus entstand KnowledgeScout. Ein verteiltes Wissenssystem, das lokal, ohne Verbindung, mit offenem Quellcode und autonom funktionieren kann. Jede Person kann ihr eigenes Wissen einbringen, bibliografisches Material (Texte, Gespräche, Vorträge, Bücher usw.) sammeln und dieses Wissen mit anderen teilen, ohne die Kontrolle darüber zu verlieren.

Ein erster Ansatz ist die Bibliothek zu „Commons und Commoning”. Hier werden Texte, Vorträge und theoretische Ansätze zusammengetragen. Von Grundkonzepten bis hin zu Commoning-Mustern, Kapitalismuskritik, technologischen Infrastrukturen, Kunst, Kultur und Transformationstheorien.

Das Wissen bleibt kontextualisiert. Es gibt nicht nur eine einzige Wahrheit, sondern viele Perspektiven. Die Inhalte können je nach Herangehensweise aus verschiedenen Blickwinkeln (sozial, sprachlich und/oder praktisch) gelesen und erzählt werden.

👉 Klicken Sie auf den folgenden Link, um den ersten Prototyp zu testen: https://knowledgescout.bcommonslab.org/

Eine wachsendes Wissenspanorama

Was hier entsteht, ist nicht nur eine Sammlung von Texten, sondern eine Bibliothek voller Wissen, die ständig wächst. Eine Bibliothek, die aus drei Quellen gespeist wird: wissenschaftliche Arbeiten, theoretische Projekte und empirische Erfahrungen.

-Alle diese Quellen sind gleichermaßen wertvoll.

-Alle müssen übersetzt werden.

-Alle gewinnen an Tiefe, wenn sie gemeinsam entwickelt werden.

Wer hier mitwirkt, ist kein Leser oder Nutzer, sondern ein Mitautor dieses Wissensraums, der über Fachwissen, Praxis, Fragen, Zweifel und bereits angewandte Alternativen verfügt.

Von der individuellen Notwendigkeit zur kollektiven Praxis

Mich interessiert besonders die Frage, wie individuelle Bedürfnisse sichtbar gemacht werden können, ohne dass Menschen in Individualismus verharren. „Commoning“ beginnt oft mit ganz einfachen Fragen:

-Wie kann ich mich gut um mein Kind kümmern?

-Wie organisieren wir gemeinsam unsere Mahlzeiten?

-Wie komme ich von A nach B, ohne allein zu sein?

-Wie kann ich meine Interessen teilen, anstatt sie zu isolieren?

Der entscheidende Schritt ist nicht die perfekte Lösung, sondern der Mut, unsere eigenen Bedürfnisse anzuerkennen, zuerst für uns selbst und dann im Vertrauen darauf, dass andere genauso empfinden. Wenn es uns gelingt, Egoismus und Altruismus nicht als Gegensätze zu betrachten, sondern als gleichzeitig wirksam, entsteht etwas Neues: gemeinsames Handeln, das niemanden opfert.

Ein mögliches „Betriebssystem des Commoning“

Aus dieser Perspektive kann KnowledgeScout als Bestandteil eines zukünftigen Betriebssystems verstanden werden, dessen Grundlage das Commoning ist. Ein System, das nicht darauf abzielt, die Entscheidungen der Menschen zu diktieren, sondern ihnen als Lern- und Begleitinstrument dient.

Angetrieben von Menschen, nicht von Märkten; orientiert an Bedürfnissen, nicht an Ausbeutung; offen für Widersprüche, Konflikte und Verhandlungen.

Mit soziokratischen Methoden, die auf Gemeingütern basieren, könnten digitale Werkzeuge dabei helfen.

-Gleichgesinnte zu finden und soziale Barrieren abzubauen.

-Unterschiede zu erklären, anstatt sie zu verstärken.

-Handlungsmöglichkeiten sichtbar zu machen, anstatt nur Meinungen zu sammeln.

-Orte, Projekte und Möglichkeiten aufzuzeigen, an denen Commoning konkret gelebt werden kann

Mathematik und künstliche Intelligenz können dabei helfen, Muster zu erkennen und Verbindungen aufzuzeigen, wodurch eine bessere Kommunikation zwischen Menschen ermöglicht wird.

Aber wie funktioniert KnowledgeScout?

KnowledgeScout lädt Sie ein, Wissen gemeinsam zu schaffen, zu organisieren und zu hinterfragen. Seine digitale Plattform sammelt Informationen aus verschiedenen Perspektiven und fördert so das Experimentieren, gemeinsames Lesen und kritisches Nachdenken.

Zuverlässige Informationsquellen

Ihre Lernreise beginnt auf der Startseite von KnowledgeScout, wo Sie drei große Bibliotheken finden: „SFSCON-Vorträge” (Konferenzen zum Thema Open-Source-Software), „Commons” (wichtige Themen im Zusammenhang mit Gemeingütern) und „Biodiversität in Südtirol” (Informationen zum Schutz von Lebensräumen, zur Biodiversität und zur Umweltpolitik in Südtirol).

Wählen Sie einfach die Bibliothek aus, die Sie am meisten interessiert, und schon können Sie eine Auswahl an Büchern, Vorträgen und anderen Quellen erkunden. Alle Informationen, die Sie hier finden, stammen ausschließlich aus dieser Bibliothek, die privat und vertraulich ist. Auf diese Weise bietet KnowledgeScout Inhalte, die von zuverlässigen Quellen stammen, und verhindert so die Verbreitung falscher oder fehlerhafter Informationen.

Definieren Sie Ihre Persönlichkeit

Wenn Sie ein Buch oder eine Quelle auswählen, zeigt Ihnen KnowledgeScout eine Reihe von Zusammenfassungen an, die nach dem Hauptthema, den Unterthemen und den Kapiteln der Originalquelle gegliedert sind.

Der „Geschichtenmodus” führt Sie zu einem Chat, der Ihnen eine kurze Beschreibung des Buches (oder der Quelle) zusammen mit einer Reihe von Feldern anzeigt, die die Hauptthemen erläutern. Wenn Sie diese Felder aufklappen, werden Ihnen Fragen vorgeschlagen, die Sie im Chat stellen können, um Sie beim Lesen zu unterstützen und Ihnen zu helfen, die Informationen besser zu verstehen. Sie können auch Ihre eigene Frage eingeben, indem Sie auf das schwarze Symbol unten rechts klicken.

Einem Interessengebeit folgen

Mit KnowledgeScout können Sie Ihre Erfahrung personalisieren und den Chat an Ihre eigenen Lernbedürfnisse anpassen. Durch Drücken der Schaltfläche „Perspektive anpassen“ können Sie die Sprache, das Sprachmodell, die Themeninteressen und den Kommunikationsstil auswählen. Sobald diese Filter angewendet wurden, generiert das System Antworten, die Ihren Auswahlkriterien entsprechen. Sie sind der Autor, der seine eigene Lerngeschichte schreibt.

Einladung

KnowledgeScout ist kein fertiges Produkt, sondern ein offener Prozess.

Wenn Sie sich für dieses Projekt interessieren, laden wir Sie ein, Ihre eigene Bibliothek innerhalb der Plattform aufzubauen und Bücher, Vorträge und andere Wissensquellen zusammenzustellen, die Sie für relevant halten.

Sie können dies gemeinsam mit Ihren Freunden oder Ihrer Community tun, mit denen Sie Informationen, Ideen und sogar neue Fragen austauschen können.

Schaffen Sie Ihre eigenen Gemeingüter und Räume für kollektives Lernen. Oder teilen Sie uns Ihre Meinung mit, damit wir unsere Plattform verbessern können.

Testen Sie KnowledgeScout: https://knowledgescout.bcommonslab.org/

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